Forschung und Beobachtung

27. Januar 2020:
Der Fußabdruck, der in der Lüneburger Heide gefunden wurde, stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel. Einerseits kann es kaum Zweifel daran geben, dass es sich um den Abdruck eines Öölmffußes handelt. Dafür spricht neben anderen anatomischen Besonderheiten vor allem die abgespreizte und aufgestellte Position des Zehs links außen – Öhlmfe heben den Zeh vor allem in bedrohlichen Situationen an, um ihre Feinde zu beeindrucken. Auf der anderen Seite weisen Funde in der Region aber darauf hin, dass sie sich in unseren Breitengraden von der bis zu 3m großen Gestalt wegentwickelt und, der Bergmanschen Regel folgend, einen kleineren Körperbau angenommen haben. Bei diesem Vorgang vergrößert sich die Körperoberfläche im Verhältnis zu seinem Volumen.

Die Anpassungen der Öhlmfe spiegelt sich auch im lokalen Brauchtum wider. Betritt man beispielsweise den traditionsreichen Gasthof „Zum Öölmf“ in Buchholz, findet man zahlreiche folkloristische Abbildungen von Heide-Öhlmfen, die kaum über ein Büschel Pfeifengras hinausragen, dafür aber bedeutend dicker sind als man es von Öhlmfen gewohnt ist. Den Einheimischen erscheint so auch die Schilderung eines 3m großen Öölmf absurd. „Ein Öölmf ist doch kein Vogel-Strauß“ wird uns entgegengeworfen, als wir den Gästen im Lokal Fotos von sibirischen Fossilien vorlegen. „Wenn Öhlmfe so groß sein sollen, wie können sie sich dann so gut in der Heide verstecken?“

Abgesehen davon, dass die Leute davon ausgehen, Öhlmfe würden noch immer hier vorkommen, macht uns die Haltung der Menschen stutzig. Kann es sein, dass sich hier eine Unterart des Öölmfs entwickelt hat, die von der Wissenschaft noch nicht beschrieben wurde, ein Zwerg-Öölmf der so unscheinbar ist, dass er uns durch die Heidegräser hindurch beobachtet während wir den Fußabdruck seines riesigen Verwandten untersuchen? Oder ist der Öölmf, wie wir ihn kennen eine Art Kaiser-Öölmf in einer Familie kleinwüchsiger Ur-Öhlmfe?